Das Manifest 2010
der
Philosophie lebender Systeme

 Feuer und QiWandlung

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Kurzgeschichten
zur Entspannung

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In der Berliner U-Bahn

U-Bahn-Esser

Die nette Motzverkäferin

Damenwahl

Die spitzen Schuhe

B
Im menschlichen Körper

Die tierischen Energiespeicher

Die Post des Körpers

C
Biograhisches

Der Auftritt

Der Maikäfer

D
Zur Zivilisation

Die Bedeutung des Nuckels

 

Aufsätze zur Rolle des Mannes:

Sexualität

Der Penisreflex

Der Brustneid

 

Wie Feuer materielles in geistiges Qi umwandelt

Liebe Freundin, sehr geehrte Dame,

Die "Elemente" in verschiedenen Philosophien

Sie beschäftigen sich mit Begriffen, die im alten China und Indien gebildet wurden, unter anderem mit dem Begriff des Feuers.

Die chinesische Philosophie geht zur Welterklärung von den 5 "Elementen" Metall, Erde, Holz, Wasser und Feuer und aus, die indische Philosophie von den Elementen Erde, Wasser, Luft, Feuer und Äther. Die alten Griechen nahmen übrigens die 4 Elemente (Essenzen) Erde, Wasser, Luft und Feuer an. Das variierte auch noch innerhalb dieser drei genannten Kulturen, so dass man zunächst einmal den Schluss ziehen kann, dass die Vorstellungen und Bewertungen unterschiedlich - also Ansichtssache - sind. Uneinig ist man sich bereits zur Anzahl der Elemente, es ist strittig, ob es vier oder 5 sind. Weitgehende Einigkeit herrscht darüber, dass das Feuer ein Element ist.

Die Übertragung des Begriffs in die Gegenwart

Ich frage mich dabei, wie ein derartiger Begriff in die Gegenwart übertragen werden soll. Ist hier mit „Feuer“ nur das dem Auge sichtbare Verbrennen von Holz zu verstehen, oder darf man diesen Begriff nach heutigem wissenschaftlichen Wissen über die Natur der Verbrennung (=Oxydation oder Oxidation) interpretieren?

Bei der Verbrennung von Holz und anderen sogenannten brennbaren Materialien entsteht eine Flamme und diese ist heiß, so dass Tiere ein solches Feuer meiden. Der Mensch hat sich ihm genähert und es in sein Haus geholt, um damit Essen zu kochen. Das machte ihn zum Menschen: diese Beherrschung des Feuers.

Wie wir heute jedoch wissen, ist eine solche Verbrennung chemisch betrachtet nur ein Spezialfall einer Oxydation. Und oxydieren tut nicht nur Holz, sondern auch zum Beispiel auch Eisen. Wenn Eisen eine Verbindung mit Sauerstoff eingeht (= Oxydation) wird daraus Eisenoxyd, zweiwertiges und dreiwertiges. Wir nennen das „Rost“. Wenn Eisen rostet, ist dabei keine Flamme sichtbar. Es rostet langsam ohne optisch beeindruckende Sensationen so vor sich hin. Und Hitze bemerken wir dabei auch nicht.

Also, liebe Freundin: würden die alten Chinesen (oder auch die Inder) diese Rostbildung auch als „Feuer“ einordnen, wenn sie heute lebten und wüssten, was Oxydation ist? Immerhin ist das Eisenoxyd rot, wie auch eine Flamme. Aber wenn Kupfer oxydiert, wird es grün. An der Flammenfärbung (Feuer ist auch nicht immer rot) kann man übrigens die Elemente identifizieren, jedes Element erzeugt eine andere Verbrennungsfarbe.

Die Oxydation (auch die Schreibweise Oxidation ist heute möglich)

Wenn man "Feuer" als Oxydation definiert, folgt daraus noch Weiteres.

Wie gewinnen wir Menschen unsere Energie, liebe Freundin? Wir gewinnen sie, indem unsere Körperzellen Wasserstoff verbrennen. Bei dieser Oxydation von Wasserstoff entsteht auch Energie, Hitze, die unsere Zellen dann in Form von ATP speichern. Es entsteht auch ein bekanntes Molekül, nämlich Wasser. Wasserstoff oxydiert zu Wasser. Eine Verbrennung findet also ständig in jeder unserer Zellen statt. In jeder Zelle brennt sozusagen ein kleines Feuer.

Ist dieses zellinterne Feuer auch ein Feuer im Sinn der alten Chinesen, sehr geehrte Dame? Ich würde diese Frage bejahen.

Der Sauerstoff

Zur Oxydation hätte ich dann noch 2 ergänzende Bemerkungen zu machen.

Erstens stelle ich die Frage, wo der Sauerstoff herkommt, der zur Verbrennung nötig ist? Ich sage es Ihnen: es wird von den Pflanzen gebildet. Ursprünglich enthielt die Erdatmosphäre gar keinen Sauerstoff, sondern neben Stickstoff etwas Kohlendioxyd und andere Gase, aber kein Sauerstoffgas, das O2. Dieses Sauerstoffgas ist der Abfall der Pflanzen, wenn sie mittels der Sonnenenergie und des Chlorophylls sowie Wasser den schönen Zucker produzieren, den wir auch so gern konsumieren. Das nennt sich, wie Sie sicher wissen, Photosynthese.

Ohne die Pflanzen auf der Erde gäbe es weder Tiere, noch Menschen und noch nicht einmal Verbrennung mit Flammenbildung.

Die Elektronenabgabe

Zweitens: Unter Oxydation versteht die Chemie inzwischen nicht die Herstellung einer Verbindung mit Sauerstoff, sondern allgemeiner eine Abgabe von Elektronen. Oxydation ist immer damit verbunden, dass der Stoff, der oxydiert bwz. oxydiert wird, Elektronen abgibt. Gleichzeitig muss ein anderer Stoff diese Elektronen aufnehmen (= Reduktion). Das ist in der Regel der Sauerstoff. Aber auch andere Stoffe können Elektronen aufnehmen und reduziert werden und dabei einen anderen Stoff oxydieren, verbrennen.

Festzuhalten ist also, dass Verbrennung im Sinne der modernen Chemie ein Vorgang ist, bei dem Elektronen ihren Aufenthaltsort wechseln. Der Stoff, den sie verlassen, "oxydiert" ("verbrennt) und der Stoff, zu dem sie sich begeben, wird reduziert, hat nun mindestens ein Elektron mehr als vorher.

Meine Frage könnte ich also auch so stellen, liebe Freundin: ändert sich durch das Wissen um die atomaren Vorgänge bei der Oxydation/Reduktion etwas hinsichtlich der Bewertung dessen, was die alten Chinesen als „Feuer“ bezeichnet haben?

Diese Frage muss man aus meiner Sicht auf jeden Fall bejahen. Ja, diese Änderung wäre sogar so radikal, dass diese grundsätzliche Änderung einen Paradigmenwechsel darstellen würde und der Grund dafür ist, dass diese Änderung nicht vorgenommen wird. Dieses Festhalten an alten überholten Begriffen ist es, was mich daran hindert, ein derartiges - aus heutiger Sicht realitätsfernes - Denksystem anzunehmen.

Die Anpassung an wissenschaftliche Erkenntnisse

Die Anpassung dieser Begriffe an den Stand der heutigen wissenschaftlichen Erkenntnis wäre mit so viel Arbeit verbunden, dass darauf verzichtet wird.

Ich will es jedoch trotzdem versuchen.

Das chinesische "Element" Feuer bringt meinem Körper Energie – ohne die Verbrennung von Wasserstoff in meinen Körperzellen hätte ich gar keine Energie und könnte gar nicht leben -, aber dieses gedachte Feuer würde ich dann nicht dem Organ Herz zuordnen können. Den Sauerstoff für mein zellinternes Feuer liefern mir die Pflanzen, ich nehme es über das Organ Lunge auf, das vom Zwerchfell bewegt wird, und durch die Herztätigkeit wird der Sauerstoff zu allen Zellen transportiert. Dort wird die Energie dann durch die Verbrennung des Wasserstoffs erzeugt, der mir ebenfalls von den Pflanzen geliefert wird, nämlich in Form von Zucker. Bei dieser Verbrennung entsteht Kohlendioxyd, das ich ausatme und das die Pflanzen ihrerseits wieder zur Produktion von Zucker, dem pflanzlichen Energiespeicher, benötigen. Dafür wird allerdings Energie benötigt, die von außen zugeführt wird. Diese Energiezufuhr übernimmt die Sonne.

Vielleicht wäre es günstiger, den Begriff des "Elementes" als "Phänomen" zu übersetzen, denn keines der 5 Elemente der chinesischen Philosophie ist ein Element im Sinn der Wissenschaft. Aber das nur nebenbei.

Der Kreislauf des Feuers und sein Ergebnis: das Geistige

Der Beginn des Feuer-Kreislaufs findet außerhalb lebender Systeme statt, in der unbelebten Natur, das Feuer entsteht in der Sonne und diese strahlt die Hitze in Form von Photonen auf die Erde ab. Umgangssprachlich ist das Licht. Soweit handelt es sich um ein Qi (Chi, Ki, also um universelle Energie), das in physikalisch greifbarer und messbarer Form vorliegt. Die nicht herumlaufenden lebenden Systeme, die Pflanzen, verwerten diese Energie, indem sie mit Hilfe des Chlorophylls unter Verwendung von Wasser Zucker herstellen. Im Zucker und seinen Polymeren (Stärke) ist die Energie der Sonne gespeichert. Das Feuer ist gebunden, eingefangen im Zucker. Abfall ist dabei der Sauerstoff, der im weiteren Verlauf als Brennmittel verwendet wird.

Die Pflanzen speichern die Energie (das Feuer) in ihren Wurzeln (z.B. Kartoffeln) und Früchten. Die herumlaufenden lebenden Systeme, die Tiere (und der Mensch), können den Pflanzen diese Energiespeicher wegnehmen und essen. Dabei nehmen sie das Qi, das nun im Zucker gespeichert ist, mittels ihrer Verdauungsorgane (Darm) auf und transportieren es im Blut, das durch das Herz in Bewegung gehalten wird, zu ihren Zellen. Der Brennstoff (der Sauerstoff) wird über die Lungen und den Blutkreislauf in die Zellen transportiert. Und hier nun kann das Qi (die Energie) wieder freigesetzt werden, indem der im Zucker enthaltene Wasserstoff verbrannt wird (s.o.). Diese Verbrennung findet im Übrigen ohne Zwischenspeicherung sofort in den Zellen des Zentralnervensystems statt, besonders in der Hirnrinde.

Und wofür wird die frei werdende Energie (das Qi) hier verwendet?

Es wird hier verwendet zur Herstellung dessen, was wir "Wahrnehmung" nennen. In der Sehrinde werden optische Wahrnehmungen konstruiert, in der Hörrinde akustische Wahrnehmungen usw.. Im Übrigen wird es auch zum Denken verwendet, aber dazu komme ich später.

Die Umwandlung materiellen Qis in geistiges Qi

Diese Wahrnehmungen sind nun nichts materiell oder energetisch (was dasselbe ist) Fassbares, sondern sie sind etwas Geistiges. Die Wirklichkeit oder Realität, die uns dieses Scheitelchakra (wie die Inder es nennen) vermittelt, ist reiner Geist. Die sogenannte Realität ist eine Vorstellung, eine Illusion. Erst durch die Praxis wird diese Illusion zur Gewissheit und zur Grundlage unserer Wissenschaft, zur empirischen Realität, wie Kant sagt.

Aber bereits mit der Wahrnehmung hat sich das im Beginn messbare Qi der aus der Sonne kommenden Photonen in ein geistiges Qi umgewandelt.

Der Weg führt also nicht von etwas Geistigem zum Materiellen, sondern von einer materiellen Form des Qi zu einer geistigen Qi-Form. Von der Photonen-Energie zur Wahrnehmung der Wirklichkeit. Unsere Wahrnehmung (und natürlich auch die Wahrnehmungen der Tiere) resultiert also aus einer Umwandlung materiellen Qis in geistiges Qi. Das Feuer, das in den Nervenzellen der Hirnrinde bei der Verbrennung des im Zucker enthaltenen Wasserstoffs zu Wasser entsteht, wird zur Umwandlung materiellen Qis in geistiges Qi verwendet. Dazu sind allerdings weitere Voraussetzung nötig, nämlich elektrochemische Impulse, die unsere Wahrnehmungsorgane erzeugen – beispielsweise die im Auge aus den elektromagnetischen Wellen der Umgebung (dem sogenannten "Licht") erzeugten Nervenimpulse.

 

So, liebe Freundin, nun brauche ich eine ordentliche Tasse Kaffee, um mich von dieser geistigen Anstrengung zu erholen.

Leben Sie wohl und denken sie nicht nach, wenn sie etwas Schönes erblicken, das ihr Gehirn unter Verwendung von Qi produziert hat und das - genau genommen - vergeistigtes Qi darstellt.

Ihr Rudi Zimmerman, Webphilosoph

den 5.6.2016

Nachdruck und Verbreitung, auch in Auszügen, mit welchen Medien auch immer, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags Philosophie des dritten Jahrtausends Gabbert, Spinozastr. 15, 12163 Berlin

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Rudi Zimmerman
kr
eativer Philosoph
gelernter Arzt
Autor

"Der Mensch ist ein System …. Bei der Analyse des Systems "Mensch" haben wir es mit einem System von Kräften zu tun, …."  Erich Fromm 1970 in: Gesamtausgabe. Band IX. dtv. 1. Auflage April 1989. München. ISBN 3-423-59003-3, Seite 32
Die Philosophie lebender Systeme meint, dass auch die Kraftentfaltung körperexternen Energieträger, die das Individuum steuert, dem System Mensch hinzuzurechnen sind.

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