Das Manifest 2010
der
Philosophie lebender Systeme

 Die Effektoren

Mail: Philosoph@rudi-zimmerman.de

Kurzgeschichten
zur Entspannung

A
In der Berliner U-Bahn

U-Bahn-Esser

Die nette Motzverkäferin

Damenwahl

Die spitzen Schuhe

B
Im menschlichen Körper

Die tierischen Energiespeicher

Die Post des Körpers

C
Biograhisches

Der Auftritt

Der Maikäfer

D
Zur Zivilisation

Die Bedeutung des Nuckels

 

Aufsätze zur Rolle des Mannes:

Sexualität

Der Penisreflex

Der Brustneid

 

Ausschnitt aus

Rudi Zimmerman:
Das System Mensch.
Konstruktion und Kybernetik des neuen ganzen Menschen.
Berlin. 2004. ISBN 3-00-012784-4

3.13. Die Effektoren des Systems Mensch

Ich möchte nunmehr das Thema Rezeptor und Sollbereich verlassen und zum Thema Effektor kommen. Ist eine Gefahr festgestellt oder eine Beute identifiziert worden, muss geflüchtet bzw. gejagt werden. Es muss also etwas getan werden, weshalb von Effektor gesprochen wird. Der Effektor führt eine Handlung aus. Gerade tierische lebende Systeme, zu denen ich auch das System Mensch rechne, zeichnen sich durch besonders auffällige Reaktionen aus, die ich auch Aktionen, Handlungen oder Verhalten nenne. Pflanzliche lebende Systeme haben keine Fortbewegungsorgane, so dass deren Reaktion eher träge sind; wegrennen, wegschwimmen oder wegfliegen können sie ja nicht. Sie sind also vergleichsweise hilflos den Tötungsaktionen der tierischen Systeme ausgesetzt und können Angriffe in der Regel nur passiv abwehren. Andererseits dienen in der Regel auch nur ihre Fortpflanzungsorgane oder überflüssige Körperteile den tierischen Systemen als Nahrung, so dass sie durch ihre Verwendung als Nahrung oft nicht in ihrer Existenz gefährdet sind und sie sich bisweilen gerade durch diese Verwendung als Nahrung verbreiten können und gerade dadurch auch ihr Überleben sichern. Ganz allgemein muss ein Jäger auch dafür sorgen, dass er morgen noch etwas zu fressen hat, so dass es in seinem eigenen Überlebensinteresse liegt, seine Beutetiere oder –pflanzen nicht auszurotten. Deshalb ist der Mensch ja dazu übergegangen, Tiere zum Zwecke des Verzehrs zu züchten. Eine sehr praktische Methode der Nahrungssicherung. Die diesbezüglichen Regelkreise garantieren natürlich das Überleben auch des Systems, das zur Ernährung benötigt wird. Also zum Beispiel der Kühe und Schweine, die wohl ohne den menschlichen Schutz aussterben würden. Die Kuh oder das Schwein im Stall eines Bauern gehört zu meinem Regelkreis Selbsterhaltung und ist Teil meines Systems.

Nach meinem Verständnis sind auch alle nicht fest mit dem Körper verbundenen Hilfsmittel, die den Aktionen des Menschen dienen, Effektoren. Deshalb unterscheide ich zwischen körperinternen und körperexternen Effektoren. Das wären hier der Bauer, der die Kuh schlachtet usw.. Letztere bezeichne ich bisweilen auch als extrakorporale Effektoren. Diese sind nicht nur mechanischer oder maschineller Art, wie ein Auto, sondern auch lebender Natur (z.B. der Schlachter der Kuh). Von besonderer Bedeutung ist, dass das Verhältnis (die Beziehung) von Menschen zueinander ein Effektor-Dominator Verhältnis sein kann.

Nun sind wir endlich beim Thema Effektor.

Was unter dem Effektor verstanden wird, ist hinsichtlich der üblichen Auffassung des Begriffs "Mensch" schnell erklärt. Es handelt sich hierbei um die Muskulatur und das dazugehörige Stützgewebe, die Knochen. Das Knochensystem mit seinen Gelenken ist für die motorische Fortbewegung genauso wichtig wie das Gewebe, das sozusagen die Kraft von den effektorischen Nervenzellen auf die Knochen überträgt, die Muskulatur.

Mit Hilfe von Muskeln wird im übrigen auch die Spannung oder Festigkeit der Blutgefäße verändert, also auch bei der Regulierung des Blutdrucks und bei vielen anderen Regelkreisen innerhalb des menschlichen Körpers sind Muskeln der Effektor.

Der Effektor verändert irgendeine räumliche oder körperliche Konstellation, könnte man allgemein vielleicht definieren.

Unterschlagen wurde bisher der Reiz der außerhalb des Systems liegenden Umwelt, der diese Veränderung nach sich zieht. Die Veränderung des lebenden Systems wird im allgemeinen durch eine Veränderung des nicht zum System gehörigen Teils der Welt verursacht.

Obwohl der Begriff der "Ursache" im Regelkreisdenken nicht angebracht ist, weil grundsätzlich offen bleibt, was die Ursache und was die Wirkung ist, möchte ich vorübergehend diesen Begriff doch einmal benutzen und anschließend dann wieder eliminieren, indem ich die jetzt durch die Verwendung des Begriffes durchgeführte willkürliche Interpunktion später wieder rückgängig mache.

Nehmen wir aber zunächst einmal diese willkürliche Interpunktion vor, so stellt sich ein Regelkreis folgendermaßen dar:

Eine Veränderung in der Umwelt, sagen wir einmal ein Getränkemangel durch das Versiegen des Flüssigkeitsvorrates im Kühlschrank, löst im System Mensch ein Durstgefühl aus und führt dazu, dass das System nun aktiv wird und den nächsten Supermarkt aufsucht, um sich etwas zu trinken zu kaufen. Die Flüssigkeit wird anschließend dem System Mensch einverleibt und der Durst damit gestillt. Wir können den Regelkreis verkürzen, indem wir Nebensächlichkeiten weglassen (ich habe bereits eine große Anzahl von Schritten weggelassen), dann besteht der Regelkreis aus dem Flüssigkeitsdefizit und der Aktion zur Beseitigung dieses Defizits. Mit der Beseitigung des Hungers oder der Beseitigung des Sauerstoffmangels ist es ähnlich. Wie wir sehen, geht es bei den Regelkreisen dieser Art um die Aufrechterhaltung eines Ruhezustandes.

Die Aktionen lebender Systeme haben das Ziel, einen bestimmten Sollwert innerhalb eines Sollwertbereiches zu halten. Ein Defizit im System wird ausgeglichen, indem sich das System etwas aus der Umwelt, also etwas aus dem Nicht-System, einverleibt.

Der Effektor im Regelkreis mit negativer Rückkopplung, von denen hier die Rede ist, sorgt also dafür, dass durch Zuführung von außen etwas im System erhalten bleibt. Er dient. Er dient der Wiederherstellung eines Sollwertes. Deshalb könnte man ihn auch als Diener bezeichnen.

Man könnte auch kurz sagen:
die Bewegung des lebenden Systems hat die Herstellung des Ruhezustands des Systems zum Ziel.

Ausgangspunkt ist hier eine Bewegung im Nicht-System, eine Veränderung der Umwelt, die zu einer Bewegung des Systems führt mit dem Endeffekt, dass sich im Systems nichts ändert.

Die dem Körper des Menschen eigenen Effektoren sind hinlänglich bekannt, besonders natürlich diejenigen, die grob sichtbar sind: seine Beine und seine Arme samt Anhang. Auch diese sind menschenspezifisch: die Beine mit dem aufrechten Gang, die sie mit Hilfe anderer Organe dem Menschen gestatten, besonders auch die Hände, die den Menschen u.a. auch zu dem machen, was er ist. 

Die Philosophie lebender Systeme richtet hier ihre Aufmerksamkeit auf die Effektoren, die nicht fester Bestandteil seines Körper sind: die sogenannten extrakorporalen oder körperexternen Effektoren. Die extrakorporalen Effektoren haben einen Vorteil mit den extrakorporalen Rezeptoren gemeinsam: da das System Mensch unabhängig von ihnen ist, kann es sich dieser zeitweilig bedienen. Diese zeitweilige Verfügbarkeit ist ein Vorteil.

Da es sich hierbei nicht nur um Instrumente oder Maschinen, wie das Auto oder das Flugzeug oder den Kühlschrank handelt, sondern auch um andere Menschen (im obigen Beispiel den Bauern oder den Schlachter), die dem System Mensch vorübergehend als Effektor dienen können, hat dieses Thema besondere Bezüge zu dem Menschen als soziales Wesen oder zur Wissenschaft der Soziologie.

Die extrakorporalen Effektoren des Systems Mensch könnte man einteilen in die gegenständlichen und die lebenden Effektoren. Gegenständliche Effektoren wären Maschinen wie das erwähnte Auto. Das Auto könnte als eine extrakorporale Ergänzung der Beine beschrieben werden. Es ist ein Fortbewegungsmittel. Will das System Mensch die Position seines Körpers im Verhältnis zum Planet Erde verändern, hat es derzeit dafür nicht nur seine Beine zur Verfügung, sondern auch sein Fahrrad, sein Auto, ja bei Bedarf auch ein Flugzeug.

Das engere Thema der Philosophie lebender Systeme, der Mensch, benutzt auch andere Menschen als Effektor und wird im Rahmen der Regelkreise auch zum Effektor für andere Menschen.

Wenn wir einmal zurückblicken, war dies bereits vor der Industrialisierung und vor der Warenproduktion der Fall und ist dies auch schon im Tierreich der Fall. Dass das menschliche Individuum andere Menschen als Effektor benutzt und für andere zum Effektor wird, ist ja nur eine Betrachtungsweise der Realität unter vielen. Ob und welche Vorteile sie gegenüber anderen Betrachtungsweisen menschlicher Beziehungen hat, wird sich zeigen.

Treten zwei lebende Systeme der Ordnungshöhe Individuum in Beziehung zueinander, kann diese Beziehung gegebenenfalls eine Herrscher-Effektorenbeziehung sein. Dies beginnt mit der Beziehung eines Individuums der Elterngeneration zu einem Individuum der Kindgeneration, wenn die Kindgeneration nicht ohne die Hilfe des Individuums der Elterngeneration überleben kann. Dies klingt im ersten Moment sicher sehr theoretisch, praktisch heißt es, bezogen auf den Menschen:

in dem Moment, in dem ein Mensch ein Kind bekommt, wird dieser Mensch zum Effektor seines Kindes. Das Kind schreit und die Mutter rennt.

Das Kind schreit und die Mutter legt es an die Brust, oder der Vater gibt ihm die Flasche, oder macht ihm eine neue Windel.

Elternschaft ist Effektorenschaft.

Dies ist nur ein Beispiel zum Verständnis dessen, was mit Effektorentätigkeit gemeint ist. In der Regel handelt das menschliche Individuum, das "System Mensch", nicht nur als Effektor für andere lebende Systeme, sondern auch als Dominator, als bestimmende Zentralinstanz, die das Verhalten anderer lebender Systeme steuert.

Nachdruck und Verbreitung, auch in Auszügen, mit welchen Medien auch immer, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags Philosophie des dritten Jahrtausends Gabbert, Spinozastr. 15, 12163 Berlin

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Das Sein. Ein lebendes System kann nicht nichts tun.

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aktuell:
Der chinesische Begriff der harmonischen Gesellschaft. Eine Stellungnahme von Rudi Zimmerman

Rudi Zimmerman
kr
eativer Philosoph
gelernter Arzt
Autor

"Der Mensch ist ein System …. Bei der Analyse des Systems "Mensch" haben wir es mit einem System von Kräften zu tun, …."  Erich Fromm 1970 in: Gesamtausgabe. Band IX. dtv. 1. Auflage April 1989. München. ISBN 3-423-59003-3, Seite 32
Die Philosophie lebender Systeme meint, dass auch die Kraftentfaltung körperexternen Energieträger, die das Individuum steuert, dem System Mensch hinzuzurechnen sind.

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Das System Mensch. Konstruktion und Kybernetik des neuen ganzen Menschen.

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Die Bedeutung der positiven Rückkopplung für die Einordnung des Individuums in die Gesellschaft

Die Beziehungen der Menschen beschrieben als Dominator-Effektor-Beziehungen

Beginn der Zivilisation - 1. Sesshaftigkeit

Beginn der Zivilisation - 2. Religion

Die offene Begrenzung als strukturelles Wesensmerkmal eines Lebenden Systems

Biologisch ist die Erdbevölkerung eine Ansammlung schwer bewaffneter Affenhorden .
Kann die Evolution des Geistes diese zu einer Menschheit einen?

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Metamorphose.
auch die Schöpfung neuer zusätzlicher körperexterner Organe des Menschen ist eine Metamorphose

Hier gehts zu einem Aufsatz über das Geistige, nämlich die Information und ihre Übermittlung. Die Informationstheorie der PhilS

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Das System Mensch.
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Die Datentransformation.
Das Individuum als selbstkopierender Datenträger und das Zeitalter des Systems Mensch.
ISBN 3-8311-1902-3

Philosophie lebender Systeme.
ISBN 3-00-004282-2
wird gerade überarbeitet und erscheint demnächst in 2. Auflage

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Die Entwicklung der Erdbevölkerung zum System Menschheit.
ISBN 978-3-00-024701-9