Das Manifest 2010
der
Philosophie lebender Systeme

 Rede an die Menschen

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Kurzgeschichten
zur Entspannung

A
In der Berliner U-Bahn

U-Bahn-Esser

Die nette Motzverkäferin

Damenwahl

Die spitzen Schuhe

B
Im menschlichen Körper

Die tierischen Energiespeicher

Die Post des Körpers

C
Biograhisches

Der Auftritt

Der Maikäfer

D
Zur Zivilisation

Die Bedeutung des Nuckels

 

Aufsätze zur Rolle des Mannes:

Sexualität

Der Penisreflex

Der Brustneid

 

Rede an die Menschen

letztes zusammenfassendes Kapitel des kürzlich erschienenen Buches:
Zivilisation als Fortsetzung der Evolution. Die Entwicklung der Erdbevölkerung zum System Menschheit
ISBN 13:
978-3-00-024701-9

Das Thema

die Philosophie lebender Systeme wendet sich an das Individuum, das ich als „System Mensch“ bezeichne. In ihrer Summe sind die Menschen auf der Erde eine Einheit und bilden das System Menschheit.

Das Universum besteht aus Systemen mit unterschiedlichen Verhaltensweisen. Alles zusammen stellt eine Einheit dar, ein geschlossenes System Universum, aus dem nichts herauskommt und in das nichts hineinkommt (1. Hauptsatz der Thermodynamik). Kein System ist in Ruhe. Die Entstehung und die Bestandteile dieser Systeme sind nicht mein Thema, sondern ihr Verhalten. Die im Universum vorhandenen Systeme haben eine Entwicklung hinter sich, die von Energie über Materie zu lebenden Systemen mit Geist führen, und die sich weiter fortsetzt.

Die makroskopischen Systeme, also die für das menschliche Auge sichtbaren Objekte, können in nichtlebende und lebende Systeme unterteilt werden, die lebenden Systeme in Pflanzen, Tiere und Menschen. Nichtlebende makroskopische Systeme, also materielle Objekte, verhalten sich entsprechend den von Newton gefundenen Gesetzen. Sie setzen ihre Bewegung, in der sie sich befinden, unverändert fort, was Trägheit genannt wird, und ändern diese Bewegung nur dann, wenn äußere Kräfte auf sie einwirken. Auf der Erde ist dies vor allem die Gravitation.

Mit diesem Thema befasst sich die Physik.

Die Philosophie lebender Systeme befasst sich mit den Bewegung der lebenden Systeme auf dem Planeten Erde, und hier vor allem mit den Bewegungen und ihren Gesetzen, die von den Menschen ausgeführt werden.

Lebende Systeme scheinen sich spontan zu bewegen, was auch das Verhalten genannt wird. Diese Bewegungen erscheinen nicht berechenbar, weil sie nicht nur von äußeren Kräften bewirkt werden. Dennoch könnte es Vorteile haben zu wissen, wie diese Bewegungen von innen gesteuert werden. Dieses Wissen über die Innensteuerung lebender Systeme vermittelt die Philosophie lebender Systeme.

Die Aufgaben des tierischen Verhaltens

Tiere fressen und werden gefressen.

Pflanzen führen nur Wachstumsbewegungen aus und überlassen ihre Verbreitung äußeren Kräften (dem Wind und dem Wasser). Sie müssen keine Nahrungsquellen aufsuchen und bleiben daher an dem Platz auf dem System Erde, auf dem ihr Wachstum beginnt. Tiere, aus denen sich der Mensch entwickelt hat, müssen Nahrung suchen und vor Fressfeinden fliehen. Dies ist die Folge einer systemimmanenten Kraft, die darauf gerichtet ist, das Leben zu erhalten, also vorübergehend einen Zustand von Homöostase aufrechtzuerhalten.

Um diesen Vorgang, der sich auch im Menschen abspielt, zu verstehen, müssen wir zunächst das Innen und das Außen eines derartigen lebenden Systems unterscheiden.

Das Innen eines Tieres besteht aus Zellen, die zu Organen mit jeweils spezifischen Aufgaben organisiert sind. Zwischen diesen Zellen befindet sich eine Flüssigkeit, die teilweise in elastischen Röhren (=Blutgefäßen) durch den Körper fließt. Für die Funktion der Zellen ist die Zusammensetzung dieser Flüssigkeit lebenswichtig und die Aktionen des Systems Tier dienen einerseits der Aufrechterhaltung dieses inneren chemischen Milieus der Körperflüssigkeit außerhalb der Zellen. Die chemische Zusammensetzung dieser Flüssigkeit (bei den meisten Tieren im wesentlichen „Blut“ genannt, wird ständig durch geeignete Rezeptoren gemessen, wobei die einzelnen Parameter (z.B. Sauerstoffkonzentration oder Glucosekonzentration, um nur 2 zu nennen) einen Sollwertbereich haben. Diese Sollwertbereiche, die Überlebensparameter) werden genetisch vererbt und sind damit in jeder Körperzelle auf den Chromosomen im Zellkern in Form von „Genen“ gespeichert, die alle erforderlichen Informationen über den Bau, die Zusammensetzung und die Verhaltensmöglichkeiten des Individuums enthalten und die die zeitbefristete Lebensdauer des Individuums überdauern. Näheres dazu später.

Der Mensch hat, wie viele andere Tiere, ein Hirn, dem die Daten der von den inneren Rezeptoren ermittelten Istwerte der Überlebensparameter übermittelt werden. Für diese Datenübermittlung hat das Tier rezeptorische (sensible) Nerven. Da das Tier in jedem Moment nur eine Handlung ausführen kann, muss in jedem Moment eine Entscheidung darüber getroffen werden, wie dringend die Wiederherstellung der verschiedenen Sollwertbereiche ist, welche Handlung ausgeführt werden muss und welche Handlung aufgeschoben werden kann. Die Entscheidungsfunktion übernimmt beim Menschen das ICH.

Hierbei muss auch über weitere Aufgabenerledigungen entschieden werden, da das Überleben, also das Fressen und die Vermeidung des Gefressenwerdens, nicht der einzige Aufgabenbereich ist, über den entschieden werden muss.

Der zweite wichtige Aufgabenbereich besteht bei zweigeschlechtlich lebenden Tieren in der Partnersuche zum Zweck der Erhaltung der genetisch gespeicherten Daten durch Herstellung einer Kontaktmöglichkeit zwischen Spermien und Eizellen (sogenannter Geschlechtsverkehr).

Hierin besteht die Lebensaufgabe der lebenden Systeme der Größenordnung Individuum.

Die tägliche Aufgabe besteht in der Aufrechterhaltung des chemischen inneren Milieus, die die Lebensfunktionen garantieren, die Lebensaufgabe besteht in der „Fortpflanzung“.

Diese beiden Aufgabenbereiche dienen einem Ziel, nämlich dem Weitertransport der genetisch gespeicherten Daten in die Zukunft. Hat das Individuum diese Aufgaben erfüllt, ist sein Leben überflüssig geworden.
Das Individuum kann also als ein Träger genetisch gespeicherter Daten betrachtet werden, der die Funktion erfüllt, diese Daten in die Zukunft zu transportieren (zu vererben).

Es sei an dieser Stelle gleich bemerkt, dass zur Erledigung der letzteren Aufgabe, die man auch als Aufrechterhaltung des lebenden Systems höherer Ordnung (bei Tieren der Art) nennen könnte, die Produktion und Aufzucht einer Nachfolgegeneration mit Sohn und Tochter ausreichen würde. Die Produktion weiterer Lebewesen darüber hinaus dient der Ernährung anderer Tierarten, für die die hilfloseren Tiere Futter darstellen. Um also Futter für andere Arten zu produzieren, werden mehr Nachkommen als zur Erhaltung der Art erforderlich sind, gezeugt. Da die Individuen der Folgegeneration und deren Eigenschaften insbesondere bei der zweigeschlechtlichen Vermehrung alle etwas unterschiedlich sind, und es jedem Individuum obliegt, sein persönliches Überleben zu sichern, überleben stets die angepassteren („fitteren“) Individuen, so dass die der Nachfolgegeneration weitergegebenen genetisch gespeicherten Daten immer die Strategie enthalten, die zur Aufzucht von insgesamt mehr Individuen führt. Diesen Auswahlvorgang nennt die Biologie „Selektion“. Diese Methode der Überproduktion von Nachkommen und Selektion hat dazu geführt, dass sich die genetisch gespeicherten Überlebensstrategien immer weiter vervollkommnet haben und sich schließlich u.a. der Mensch entwickelt hat.

Die Steuerung des tierischen Verhaltens durch Regelkreise

Messen und melden die inneren Rezeptoren dem Individuum ein Abweichen der Istwerte von den überlebensnotwendigen Sollwerten, so wandelt das menschliche Hirn diese Abweichungen in Gefühle um. Beim Tier wird dies ebenso sein, was allerdings mangels Kommunikationsmöglichkeit nicht nachgewiesen werden kann. Der Mensch (und das Tier) empfinden Durst, Hunger, Schuldgefühl und andere Gefühle. Bestimmte Aufgaben, wie beispielsweise die Aufnahme von Sauerstoff und die Herztätigkeit, werden ohne Beteiligung des Bewusstseins erledigt. Die Notwendigkeit einer Sauerstoffaufnahme wird lediglich in Notfällen dem Individuum bewusst durch bestimmte Gefühle (Atemnot, Angst) übermittelt. Die Notwendigkeit der Lebensaufgabe (Weitergabe der genetisch gespeicherten Daten) wird durch Ausschüttung bestimmter Hormone gesteuert, die Partnersuchverhalten (bei Tieren Balzverhalten genannt), Geschlechtsverkehr und Brutpflegeverhalten (für das es beim Menschen keinen spezifischen Namen gibt) anregen. Auch das Sozialverhalten von Tieren, die in Gruppen zusammenleben (wie der Mensch) wird hormonell durch Glückshormonen gesteuert, die bei Lob und Anerkennung der Mitmenschen für angepasstes und sozial nützliches Verhalten ausgeschüttet werden und zu narzisstischer Befriedigung führen.

Diese Verhaltenssteuerungen finden mittels Regelkreisen statt, die in Regelkreise mit negativer Rückkopplung und solche mit positiver Verstärkung (=positives Feedback oder Rückkopplung) sowie negative „Verstärkung“ (eigentlich Abschwächung, daher besser negatives Feedback oder negative Rückkopplung) unterteilt werden können.

Das tägliche Überleben, die Aufrechterhaltung der Homöostase, wird durch Regelkreise mit negativer Rückkopplung gesteuert, die Lebensaufgaben durch einfache positive oder negative Rückkopplung.

Registriert das Individuum Durst oder Hunger, werden Aktionen in Gang gesetzt, die das Ziel der Aufnahme von Flüssigkeit oder Nahrung haben, ist das Ziel erreicht, sind die Istwerte wieder im Sollwertbereich und die negativen Gefühle (hier Hunger und Durst) verschwinden. Der Körper erzeugt Unlustgefühle, die durch geeignete Aktionen beseitigt werden. So ist es auch bei der Steuerung der Produktion von Nachkommen und des Sozialverhaltens. Hier führen bestimmte Hormone zu Unlustzuständen und die Ausschüttung anderer Hormone zu Glückszuständen. Auf diese Weise wird das Verhalten des Individuums durch die Vermeidung von Unlust und Angst und die Suche nach Glück durch körperinterne chemische Mechanismen gesteuert.

Dies ist die Innenseite dieser Steuerung. Nun zur Außenseite.

Über Vorgänge in der Außenwelt erhält der lebende Körper des Individuums ebenfalls durch geeignete Rezeptoren und sensible Nerven Daten, die von Tieren mit Hirn im Zentralnervensystem verarbeitet werden und beim Menschen vom Hirn in Wahrnehmungen umgewandelt werden. Elektromagnetische Wellen, die an sich keine Farbe haben, werden von den Rezeptoren in elektrische Reize umgewandelt und im Hirn in Farben verwandelt, chemische Veränderungen der Außenwelt in Gerüche usw..

Das Hirn ist ein Organ, dass die Daten der verschiedenen Sinnesorgane in unterschiedliche bewusste Wahrnehmungen umwandelt (diese sozusagen generiert), also eine empirische Realität, wie Kant es nennt, herstellt, erzeugt oder erschafft. Dieser Schöpfungsakt ist offensichtlich wissenschaftlich nicht erforschbar.

Das Hirn produziert also aus körperinneren Daten Gefühle und aus körperexternen Organen Wahrnehmungen.

Anschließend muss eine Abwägung und eine Entscheidung erfolgen, dann erfolgt eine Aktion des Individuums.

Bei dieser Abwägung muss insbesondere entschieden werden, ob sich der Energieaufwand für eine Aktion lohnt oder nicht.

Ist das Überleben bedroht, lohnt natürlich jeder Energieaufwand, auch wenn diesem keine Energiezufuhr gegenüber steht, aber auch hier kann Energieaufwand gespart werden, wenn statt Flucht eine Tarnung, ein Verstecken oder eine andere Gegenmaßnahme gewählt wird. Eine besondere Aufgabe stellen die Jahreszeiten dar, die eine Vorsorge erforderlich machen. Jede Tierart, die länger als 1 Jahr leben muss, um Nachkommen zu produzieren, muss über eine Technik der Energiespeicherung verfügen.

Zur täglichen Nahrungszufuhr muss das tierische Individuum also innere und äußere Reize registrieren können und besonders dann, wenn es von der Zufuhr fleischlicher Nahrung lebt, Objekte erkennen können und wissen, über welche Bewegungsmöglichkeiten diese verfügen. Ein Löwe, der eine Gazelle fressen möchte, also ein bewegliche fleischliche Nahrung, muss entscheiden, welche Gazelle aus einer Herde er auswählt und ob der Energieaufwand zum erreichen und fressen der Nahrung geringer ist als die zu wartende Energieaufnahme.

Er muss also über eine Fähigkeit verfügen, die wir Menschen „rechnen“ nennen.

Eine derartige Rechenfähigkeit besitzt also primär auch der Mensch, da er sich aus anderen Tieren mit einem derartigen Hirn entwickelt hat.

Zu Entscheidungen dieser Art kommt hinzu, dass das Individuum auch Überlebensaufgaben für die Art zu erledigen hat, es muss sich nämlich fortpflanzen und Kinder gegebenenfalls aufziehen. Das Entscheidungsvermögen muss also auch derartige Aufgaben berücksichtigen und eine Entscheidung über die Wichtigkeit der Erledigung treffen. Es muss also eine übergeordnete Instanz vorhanden sein, die eine Reihenfolge der Aktionen festlegt. Diese Instanz nennt die Psychoanalyse das „Ich“ und die Philosophie lebender Systeme übernimmt diesen Terminus, schreibt ihn jedoch ICH.

Im Anschluss an die Rezeption von Vorgängen der Außenwelt und Innenwelt und im Anschluss an das Treffen einer Entscheidung durch das ICH, die in den meisten Fällen unbewusst erfolgt, wird eine Aktion durchgeführt. Alle Aktionen des Individuums benötigen einen Effektor, also ein Organ, dass eine Bewegung ausführt, und die Ausführung einer Bewegung verbraucht Energie, so dass sich die Frage ergibt, wo diese Energie herkommt.

Die inneren und äußeren Rezeptoren vermelden Daten, was ebenfalls Energie verbraucht, das Hirn verarbeitet Daten, was auch ein energieverbrauchender Prozess ist und die Effektoren führen Handlungen aus, was ebenfalls Energie benötigt. Einzig die Entscheidung selbst verbraucht keine Energie.

Wir finden also innerhalb des lebenden Körpers Vorgänge, die über Sollwertfestsetzungen Spannungen erzeugen, die sich durch Unlustgefühle und Angst bemerkbar machen, außerhalb des Körpers Vorgänge, die registriert werden (=Rezeptor des Regelkreises) und verschiedene Möglichkeiten der Spannungsabfuhr, Befriedigung und der Nahrungsaufnahme bieten, ein Organ, das Daten speichert und Berechnungen anstellen kann (=Hirn), eine Entscheidungsinstanz (das ICH) und handlungsausführende Organe (Effektor des Regelkreises). Der lebende Körper verbraucht auch ohne die Durchführung von äußeren Handlungen Energie zur Aufrechterhaltung seiner Homöostase, was Grundumsatz genannt wird. Äußere Handlungen verbrauchen sehr viel Energie. Diese Energie muss in den Körper aufgenommen werden, wozu die inneren Organe dienen, und sie muss gespeichert werden, was einerseits in den einzelnen Körperzellen erfolgt, andererseits in einem dafür vorgesehenen Körperorgan, dem Unterhautfettgewebe. Die zur Kraftentfaltung bei Bewegungen erforderliche Energie wird im Effektor, in der Muskulatur gespeichert und in Bewegung umgesetzt. Die befehlsgebende Instanz, das ICH, benötigt keine Energie und speichert auch keine Energie.

Dieser Körperaufbau und diese Steuerung des Verhaltens von Individuen finden sich nicht erst beim Menschen, sondern bereits bei seiner Vorgängerversion, den sonstigen „Primaten“, sowie auch bei anderen zweigeschlechtlichen Tieren mit Hirn.

Die Besonderheit der Sprache des menschlichen Individuums

Die bisher beschriebenen Fähigkeiten lebender Systeme betreffen die Größenordnung Individuum.

Tiere finden sich jedoch bereits vor der Entwicklung des Menschen in Gruppen zusammen, und in derartigen Sozialverbänden, die ich „lebende Systeme höherer Ordnung“ nenne, müssen sich die Individuen miteinander verständigen. Dies ist bereits bei bestimmten Insekten der Fall, z.B. bei Bienen.

Andere Tierarten benutzen für die Verständigung nicht Tänze, sondern akustische Signale, wie die Vögel und der Mensch.

Die menschlichen Sprachen sind also keine Eigenschaft des Individuums, sondern eine Eigenschaft des Systems höherer Ordnung, der Sprachgemeinschaft. Wie bei materiellen Objekten die Trägheit und die Gravitation nicht Eigenschaften ihrer kleinsten Bestandteile, der Atome oder Moleküle, sind, sondern sich erst durch den Zusammenschluss vieler gleichartiger Bestandteile zu sichtbaren Objekten zeigen und wirken, so ist die Sprache nicht eine Eigenschaft des Individuums, sondern der Sprachgemeinschaft, also der Gruppe, der Horde, des Clans oder des Staats, des Hypersystems, also der Gemeinschaft, die sich durch eine Sprache verständigt. Wenn das menschliche Individuum also Sprache verwendet, benutzt es Begriffe, die innerhalb einer Gemeinschaft hergestellt worden sind und gelten. Über die Rechenfähigkeit, also die Fähigkeit, Objekte zu identifizieren, zu vergleichen und zu verrechnen, verfügt bereits das Individuum, und dies bereits in niedrigen Entwicklungsstufen, weil diese notwendigen Fähigkeiten zur Aufrechterhaltung des individuellen Lebens erforderlich sind. Hierzu gehört auch die Fähigkeit, Mimik und Gestik zu erkennen und richtig zu interpretieren, also die non-verbale (Watzlawick) Kommunikationsfähigkeit. Die Koordination des Verhaltens vieler Individuen in einer Gemeinschaft erfordert jedoch eine zusätzliche Gemeinschaftsfähigkeit. Die genetisch ererbte Wahrnehmungs- und Rechenfähigkeit wird also in sozial lebenden Systemen höherer Ordnung des Menschen durch die Kommunikation in akustisch übertragenen Begriffen ergänzt, die durch Übereinkunft hergestellt werden. Der Wahrheitscharakter dieser neuen Errungenschaft ist grundsätzlich verschieden von dem Wahrheitscharakter der Wahrnehmung der Außenwelt und Innenwelt des Individuums.

Ersteres ist die sogenannte empirische Realität, die jedes Individuum für sich mit Hilfe seiner Wahrnehmungsorgane mittels seiner a priori (Kant) vorhandenen Fähigkeiten erzeugt, sprachliche Verständigung mittels akustisch übertragener Begriffe ist eine reine Übereinkunft innerhalb der jeweiligen Gemeinschaft. Da die jeweiligen Übereinkünfte in verschiedenen menschlichen Sprachgemeinschaften unterschiedlich sein können, ergibt sich aus der Sprachbildung eine Trennung der Menschen in unterschiedliche Gemeinschaften, Kulturen, Völker, Länder, Staaten usw..

Die Sprache vereint die Mitglieder einer Gemeinschaft gleicher Sprache, trennt die menschliche Gemeinschaft, die einer Tierart entspricht, jedoch in unterschiedliche lebende Systeme höherer Ordnung, die nun mit den gleichen Methoden konkurrieren, mit denen verschiedene Tierarten um das Überleben konkurrieren.

Dieses Konkurrieren ist biologisch vorgegeben als das Mittel der Evolution, es dient der Selektion.

Die Evolution und die Zivilisation

Die Evolution erfolgt dadurch, dass jede Art einerseits mehr Nachkommen erzeugt, als zur Aufrechterhaltung der Individuenzahl erforderlich ist und andererseits mit anderen Arten um Nahrung konkurriert und sich gegen Fressfeinde und Naturkatastrophen durchsetzen muss, also einer Selektion unterworfen ist. Die effektivsten genetisch gespeicherten Daten werden weitergegeben, die anderen werden eliminiert. Dieser Vorgang der Evolution ist der eigentliche Sinn des Lebens. Dieser Sinn besteht nicht in der Existenz von Individuen, die lediglich zeitbefristet leben, sondern in der Vervollkommnung ihrer genetisch gespeicherten Daten, die sie an die Nachfolgegeneration weitergeben.

Die Tierart „Mensch“ hat nun einerseits keine Fressfeinde mehr, andererseits teilt sie sich durch die Sprachbildung in unterschiedliche Hypersysteme, die nicht oder nicht wirklich miteinander kommunizieren.

Diese neu geschaffenen menschentypischen Hypersysteme, genannt Staaten oder Nationen, handeln nun entsprechend ihrer genetischen Verhaltensprogrammierung wie die verschiedenen Tierarten, bilden einen Überschuss an Nachkommen und führen Kriege, die die menschenspezifische Methode der Selektion darstellen.

Die Schrift als extrazelluläre Datenspeicherung

Sprache als solche ist nicht menschenspezifisch. Spezifisch für den Menschen ist, dass er Sprache, also akustische Symbole, die so nicht konserviert werden können, in optische Zeichen, also in Schrift, übersetzt und diese optischen Zeichen auf körperexternen Materialien speichert. Dies zunächst auf Steinen, später auf Papier, inzwischen auch elektromagnetisch auf Disketten, Festplatten usw..

Bis zum Menschen war Datenspeicherung nur als genetischer Code, gespeichert in Form einer Nucleinsäuresequenz im Zellkern, möglich, der Mensch hat demgegenüber eine extrazelluläre Datenspeicherung geschaffen, die sein individuelles Leben ebenso überdauern kann wie sein genetischer Code.

Diese extrazelluläre Datenspeicherung des Menschen macht der intrazellulären Datenspeicherung der Natur nicht nur Konkurrenz hinsichtlich des Datentransports in die Zukunft (also des zeitlichen Datentransports), sondern sie ist der intrazellulären Datenspeicherung hinsichtlich des Datentransports im Raum - der Verbreitung über die Erde weit überlegen.

Während intrazellulär gespeicherte Daten Generationen benötigen, um sich über die Erde auszubreiten, benötigt die extrazelluläre Datenausbreitung über die Erde im Zeitalter des Internets lediglich Sekunden.

Die Vervollkommnung von Daten durch Wissenschaft

Ich habe bisher von Daten gesprochen und möchte nun zunächst darauf hinweisen, was diese Daten beim Menschen sind. Es handelt sich beim menschlichen Individuum um Ideen, die in seinem Geist auftauchen und sich aus der freien Kombination von erlerntem Wissen und dessen Negation ergeben. Zu jeder These kann eine Antithese gebildet werden, verschiedene Ideen aus unterschiedlichen Wissensgebieten können miteinander kombiniert werden. Daraus können Theorien und Hypothesen gebildet werden.

Diese Art der Neuschöpfung von Ideen ist der evolutionären Methode der Mutation und der Kombination väterlicher und mütterliche genetisch gespeicherter Ideen (=Gene) an Schnelligkeit weit überlegen und sie ist vor allem gewaltlos.

Die evolutionäre Methode der Datenvervollkommnung arbeitet mit den Mitteln Überproduktion von Individuen und Selektion, beim Menschen mit dem Mittel des Krieges, also des Massenmordes an menschlichen Individuen. Derartige Massenmorde an Menschen zum Zweck der Vervollkommnung genetisch gespeicherter Daten ist aus Sicht der Philosophie lebender Systeme inhuman und unethisch.

Der Mensch hat inzwischen eine gewaltfreien Methode der Datenvervollkommnung entwickelt, das ist die wissenschaftliche Methode der Verifikation/Falsifikation von Hypothesen im wissenschaftlichen Experiment. Diese wissenschaftliche Methode stellt die Fortsetzung der Evolution mit typisch menschlichen Mitteln dar, sie ersetzt die Überproduktion von Nachkommen durch Überproduktion von Hypothesen und Theorien und ersetzt Selektion durch Massenmord an lebenden Systemen der Größenordnung Individuum durch das wissenschaftliche Experiment.

Die Wissenschaften stellen somit die Fortsetzung der Evolution dar.

Wissenschaftssprachen sind dementsprechend auch nicht an Ländergrenzen und Sprachbarrieren gebunden, sie sind international, global, und vereinen alle Wissenschaftler eines Gebiets. Das Problem ist allerdings, dass jede Wissenschaft ihre eigene Sprache entwickelt hat, was den Gedankenaustausch zwischen den Wissenschaften erschwert.

Der Ursprung der Wissenschaften und der Religion

Lebende Systeme der Größenordnung Individuum, die eine Entscheidung zwischen verschiedenen Handlungsmöglichkeiten treffen müssen, hemmen mit der Entscheidung für eine Tat aus logischen Gründen damit gleichzeitig andere Handlungsimpulse. Diese Hemmungsfähigkeit hat der Mensch vervollkommnet. Anstatt ein erjagtes Tier zum Zwecke des Fressens zu töten, lässt er es am Leben, füttert es sogar noch und nimmt damit eventuell Hunger in Kauf. Er züchtet Tiere und sichert damit sein späteres Überleben. Der Mensch hemmt seine Ängste, flüchtet nicht vor dem Feuer, sondern nähert sich ihm und macht sich das Feuer zu nutze, um sich zu wärmen, im Winter besser zu überleben und um seine fleischliche Nahrung besser zu verdauen, haltbarer und schmackhafter zu machen. Er mäßigt seinen Hunger, bewahrt sich Grassamen auf, züchtet diese und treibt schließlich Ackerbau. Ursprung der Kulturen und der Wissenschaften ist somit die Hemmung von Sofortbefriedigung zugunsten einer sichereren späteren Befriedigung. Das Hemmungsvermögen von Wünschen, Bedürfnissen und Furchtreaktionen, die sogenannte „Selbstbeherrschung“, ist der Ursprung der Wissenschaften.

Die Natur hat die Lebewesen einer Art auch mit einer Tötungshemmung ausgestattet. Ein Tier tötet in der Regel nicht das im Rivalenkampf unterlegene Tier gleicher Art. Dafür sorgen bestimmte Reflexe. Auch der Mensch ist ursprünglich mit diesem Reflex ausgestattet, einen Mitmenschen nicht zu töten. Tut er es dennoch, handelt er also einem angeborenen genetisch gespeicherten Handlungsablauf zuwider, tritt ein schlechtes Gewissen auf. Möglicherweise aus äußerer Not heraus oder aber um sich mit etwas andersartigen anziehenderen Geschlechtspartnern zu vereinigen, hat der Urmensch wahrscheinlich gegen diese Tötungshemmung verstoßen und sogar in Notzeiten einen Mitmenschen als Nahrung verwendet (Kannibalismus). Das anschließende schlechte Gewissen, eine biologische Schutzmaßnahme zur Schonung der eigenen Art, musste der Urmensch bekämpfen und tat dies mit Hilfe von Ritualen und letztlich der Entwicklung von Religionen. Die Überwindung der Tötungshemmung und den Kampf gegen das damit verbundenen schlechte Gewissen und Schuldgefühl betrachtet die Philosophie lebender Systeme als Ursprung der Religionen, der Erfindung eines personifizierten Schöpfers, um dessen Wohlwollen der Mensch ringen muss, um sich von Schuld zu entlasten.

Auch hier findet sich wie bei den verschiedenen Sprachen eine Trennung der Menschheit in verschiedene Religionsgemeinschaften statt, die sich nunmehr wie Tierarten verhalten. Geschont wird lediglich das Mitglied der eigenen Religion, während die Angehörigen anderer Religionen wie konkurrierende Lebewesen einer fremden Art behandelt werden. Unterwirft sich das Individuum der Religion der eigenen Nation, so dient ihm Religion bereits vor Beginn eines Krieges und der damit verbundenen Tötung von Mitmenschen zur Entlastung von Schuldgefühlen, das Individuum kann nun ohne schlechtes Gewissen morden.

Die Trennung der Menschen in Zugehörige unterschiedlicher Religionsgemeinschaften verhindert auf diese Weise die Identifikation des Individuums mit der Menschheit. Es ist lediglich mit seinem Staat und mit seiner Religionsgemeinschaft identifiziert und bekämpft den Mitmenschen anderer Staatsangehörigkeit und Religionszugehörigkeit wie ein artfremdes Wesen.

Die Umsetzung menschlicher Ideen in Technik

Der Mensch, der seine Ideen, die aus der Hemmung spontaner angeborener Verhaltensbereitschaften entspringen, in die Tat umsetzt, sichert damit nicht nur sein Überleben und betreibt damit nicht nur Vorsorge für die Zukunft, sondern er macht sich sein Leben bequemer, angenehmer. Er muss sich nicht mehr anstrengen und einem Tier hinterherrennen, wenn er Hunger hat, sondern kann gemütlich sein Schwein schlachten oder sein Schnitzel im Supermarkt einkaufen und es schmackhaft auf dem Feuer bzw. dem Herd zubereiten.

Diese Annehmlichkeiten der Zivilisation unterzieht die Philosophie lebender Systeme einer besonderen Betrachtung.

Die vom Menschen entwickelten technischen Produkte stellen Organe des Individuums (und von Gemeinschaften) dar, die außerhalb seines lebenden Körpers liegen. Für die oben beschriebene verhaltenssteuernde Instanz des ICHs ist es ohne Bedeutung, ob ein körperinternes Organ, wie das Herz oder die Leber, Aufgaben unbewusst (ohne Befehl) verrichtet, die ihm nützen, oder seine bewussten Verhaltensbefehle ausführt, wie die Muskulatur, oder ob es körperexterne Organe sind, die seine Befehle, Bedürfnisse und Wünsche erfüllen. Dies hat bereits der Tiefseeforscher Hans Hass festgestellt und die Technikprodukte zusätzliche Organe genannt. Da sie dem ICH insbesondere als Effektoren dienen, hat die Philosophie lebender Systeme sie als körperexterne Effektoren bezeichnet. Diese körperexternen Effektoren haben auch einen energetischen Sinn: das Individuum muss die Energie, die diese Effektoren betreiben, nicht erst in seinen Körper aufnehmen (essen) und er muss sie auch nicht ständig transportieren, wenn es sich bewegt. Will sich das Individuum schnell bewegen, nutzt es ein Auto, das seinen Energielieferanten, das Benzin, selbst in seinem Tank speichert und transportiert, will es sich noch schneller bewegen, kauft es sich Flügel in Form eines Flugzeugtickets. Auf diesen energetischen Gesichtpunkt der zivilisatorischen Entwicklung hat bereits der Erfinder der Biochemie Wilhelm Ostwald hingewiesen. Jede technische Entwicklung dieser Art hat den Effekt der Energieersparnis. Eine andere Art von zivilisatorischer Entwicklung führt zu immer weiterer Steigerung der Genussmöglichkeiten.

Die Philosophie lebender Systeme hat auf zwei weitere Gesichtspunkte der Zivilisation hingewiesen:

Erstens müssen die Anweisungen zur Herstellung dieser körperexternen Organe nicht intrazellulär mittels eines genetischen Codes gespeichert werden, sondern können hirnextern (körperextern bzw. extrazellulär) in Sprachform auf Papier, Festplatten usw. gespeichert werden. Damit hat die Menschheit einen neuen Vererbungsweg erfunden, der sie aus dem Tierreich heraushebt. Daten müssen nicht mehr durch Geschlechtsverkehr in die Zukunft transportiert werden. Und diese extrazellulär gespeicherten Daten können sich heute mittels Internet in Sekundenschnelle über die Erde verbreiten.

Zweitens behandelt die Philosophie lebender Systeme körperexterne Bestandteile des Individuums nicht anders als körperinterne Organe und fasst dementsprechend das menschliche Individuum als ein lebendes System auf, dessen Wachstum sich auch nach Abschluss der körperlichen Reifung durch Aneignung körperexterner Organe und Effektoren – und von Geld – fortsetzt, und spricht daher von dem „System Mensch“. Diese ständig im Menschen wirkende Wachstumskraft nennt die Philosophie lebender Systeme die „Selbstentfaltung“. Sie ergänzt die „Selbsterhaltung“.

Ein großes Problem ist allerdings die Okkupation der Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung und technischer Produkte durch Hypersysteme, die entsprechend den genetisch programmierten Methoden der Datenvervollkommnung handeln, die also mittels Überproduktion von Nachkommen und Kriegen arbeiten - wie die Nationen. Diese Methode der Evolution, die sich der Herstellung einer Überbevölkerung und der Selektion bedient, ist mit der Entwicklung der Tiere zum Menschen nicht plötzlich verschwunden. Die handelnden Einheiten der Evolution sind insofern auch nicht die Individuen, sondern die lebenden Systeme höherer Ordnung, nämlich bei Tieren die Arten und beim Menschen die Nationen (Staaten). Dies ist eine weitere Erkenntnis der Philosophie lebender Systeme. Die intrazelluläre Datenspeicherung generiert über den Überlebenstrieb (=Selbsterhaltung) und die Sexualfunktion der Individuen hinaus das Verhalten der lebenden Systeme höherer Ordnung, sie steuert somit das Verhalten der Staaten.

Die Nationen

Diese lebenden Systeme höherer Ordnung sind die Staaten und Nationen oder Völker, die weiterhin einen Überschuss an Nachkommen produzieren und damit weiterhin Selektion in Form von Massenmorde an Menschen notwendig machen. Erfolgt dieser Massenmord nicht durch Krieg, wird die Natur ihn dadurch vollziehen, dass die Erde ein begrenztes materielles System ist, das nur Ressourcen für eine begrenzte Anzahl von Lebewesen hat, die sich miteinander arrangieren müssen, also in einem homöostatischen Gleichgewicht friedlich zusammenleben könnten, wenn die Menschheit in der Lage wäre, ihr Wachstum an Individuenzahl und Energieverbrauch zu steuern.

Mit einer Trennung in verschiedene Nationen, die jede ihr Eigeninteresse verfolgt und nicht das Gesamtinteresse der Menschheit, kann dies jedoch nicht gelingen.

Die Menschheit als lebendes System höherer Ordnung

Um die Organisierung einer überlebensfähigen Menschheit zu erklären, bietet sich als Modell der Körper des menschlichen Individuums an. Der lebende Körper des Individuums symbolisiert hierbei die Gesamte Menschheit, die einzelnen Zellen die einzelnen Menschen. Diese Zellen werden im lebenden Körper des Individuums zu verschiedenen Organen organisiert, die im Erwachsenenalter nicht mehr an Größe zunehmen. Außerdem gibt es Transportsysteme und Informationssysteme.

Die inneren Organe des Menschen könnte man mit den Staaten der derzeitigen Menschheit vergleichen. Während im Individuum die verschiedenen Organe koordiniert zusammenarbeiten, agieren die Staaten im System Menschheit derzeit gegeneinander. Sie konkurrieren und führen im Extremfall Kriege. Man stelle sich einmal vor, die Organe des Menschen würden gegeneinander Krieg führen! Dass ein derartiges Organverhalten zum Tode des Organismus führen würde, bedarf wohl keiner Erläuterung.

Die erste Änderung beträfe also die Zusammenarbeit der Staaten. Sie dürften selbstverständlich nicht mehr wachsen und keine Kriege gegeneinander führen, wenn das System Menschheit überleben soll. Praktisch bedeutet das, dass die Einwohnerzahl und der Energieverbrauch konstant gehalten werden müsste und die Staaten (Nationen) ihre außenpolitische Handlungskompetenz aufgeben müssten. Dadurch, dass sie keine Armeen mehr unterhalten müssten, würde Energie für andere Zwecke eingespart und überflüssige Vernichtungen in anderen Staaten (Organen) sowie Massentötungen von Menschen müssten nicht mehr kompensiert werden. Der Energieverbrauch der Menschheit würde also sinken. Die verschiedenen regional begrenzten Einheiten, die ehemaligen Staaten, müssten selbstverständlich über die Mittel verfügen, innerhalb ihrer Organgrenzen dafür zu sorgen, dass die Menschen (Zellen) friedlich zusammenleben, sie müssen also weiterhin über Rechtssysteme mit Rechtssprechung und Exekutive verfügen, für die Bildung, die Arbeit und die Finanzierung des Lebensabends der Individuen verantwortlich sein (Versicherungssysteme). Hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Menschheit sollten die regionalen Einheiten so organisiert sein, dass jede eine Aufgabe für die Menschheit erledigt. Die regionalen Einheiten müssten also auf eine Aufgabe, die Herstellung eines bestimmten Produktes, das die Menschen benötigen, spezialisiert sein. Das bedeutet, dass sie eng mit einem der derzeitigen Konzerne zusammenarbeiten, der über die Produktionsmittel verfügt. Die Leitung der neuen Selbstverwaltungsorgane und Produktionsorgane sollte von den Individuen demokratisch gewählt werden, die in ihnen leben und arbeiten. Die Leitung derartiger Organe ist eine Dienstleistung an der Allgemeinheit, wie andere Dienstleistung an Individuen und sollte daher nach den gleichen Prinzipien bezahlt werden, nämlich nach Arbeitszeit und Erfordernissen an die Fähigkeiten, die durch eine mehr oder weniger lange Ausbildung erworben werden, deren Kosten von der Allgemeinheit getragen werden. Das Treffen von Entscheidung ist die Aufgabe von Leitungspersonen, für die sie nicht zusätzlich bezahlt werden sollten, wie derzeit die Manager großer Konzerne oder von Staaten, die ein Entgelt erhalten, dass sich nach ihrer „Verantwortung“ oder nach anderen zeitunabhängigen Kriterien richtet. Ein System kooperierender regionaler Einheiten, die jeweils eine definierte Aufgabe für die Menschheit erledigen, muss im übrigen weiter durchdacht werden, hier sollen nur einige Grundzüge geschildert werden, vor allem muss es ein Gremium geben, dass die Aufgaben innerhalb der Menschheit verteilt und steuernd eingreift, wenn Sollwerte nicht eingehalten werden. Grundsätzlich werden die Sollwerte über die Produkte, die die Individuen benötigen, auch derzeit bereits von diesen selbst festgelegt, indem sie Kaufentscheidungen treffen. Ein positiver Aspekt dieser Steuerung des „Marktes“ durch die Kaufentscheidungen der Individuen besteht darin, dass die produzierenden Betriebe einen Anreiz haben, bekannte Produkte billiger herzustellen, also die Produktionsmethoden zu verbessern und zur Steigerung ihres „Gewinns“ neu Produkte entwickeln, ein negativer Gesichtspunkt ist der, dass billigere Produkte auch durch Senkung ihrer Qualität oder Vereinfachung der Herstellung unter Inkaufnahme einer größeren Umweltbelastung hergestellt und besser verkauft werden können, weil sie billiger sind. Ein übergeordnetes globales Gremium müsste also auch Qualitätsnormen und Normen für die begleitende Produktion unerwünschter und die Umwelt belastender Abfälle entwickeln und ihre Einhaltung überwachen.

Die Steigerung der Zivilisation durch die Entwicklung weiterer Werkzeuge und Maschinen, die den Individuen das Leben erleichtern und zur Optimierung ihrer Genüsse beitragen, könnte unter diesen Umständen friedlich erfolgen, das Verhalten der Menschen könnte humaner werden, insbesondere dann, wenn unter Genussoptimierung nicht nur die Vermehrung von Zeiten passiver Befriedigung verstanden wird, sondern auch die Erzielung aktiver Genüsse durch Produktion von Kunst und Betätigung in Spielen aller Art.

Grundsätzlich hätten die Menschen durch den vermehrten Einsatz von Maschinen mehr Zeit für Kommunikation, Kunst, Spiel und geistige Betätigung. Die Selbstentfaltung der Individuen sollte grundsätzlich vom materiellen Bereich auf den geistigen Bereich verlagert werden.

Diese Anregungen zur Neuorganisation der Menschheit basiert auf der grundsätzlichen Einsicht, dass die Evolution genetisch gespeicherter Daten durch Überproduktion von Nachkommen und Selektion - bezüglich des Systems Menschheit also durch Kriege und andere Massenmorde - nicht mehr erforderlich ist, weil die Menschen eine andere Art der Datenweitergabe in die Zukunft entwickelt haben. Die Trennung der Menschen in verschiedene Sprachgemeinschaften, Staaten und Religionsgemeinschaften zum Zwecke der Produktion von Menschenüberschuss und selektorischen Massenmorden ist nicht mehr erforderlich. Sie sind überflüssig. Staaten, Religionsgemeinschaften und Kriege haben in einer menschlichen Zivilisation keine Existenzberechtigung.

Ich fordere daher die Menschen auf, sich nicht mehr mit Fiktionen zu identifizieren, die die Menschheit spalten, wie „Nation“, „Staat“ oder „Religion“, sondern mit dem System Menschheit. In diesem System Menschheit sind alle Individuen Brüder und Schwestern und haben alle Menschen gleiche Rechte, das gleiche Recht auf ein menschenwürdiges Dasein und auf ihre regionale Selbstverwaltung.

Rudi Zimmerman, April 2008

 

Nachdruck und Verbreitung, auch in Auszügen, mit welchen Medien auch immer, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags Philosophie des dritten Jahrtausends Gabbert, Spinozastr. 15, 12163 Berlin

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Zur Entspannung eine Kurzgeschichte von Rudi Zimmerman

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Das Sein. Ein lebendes System kann nicht nichts tun.

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"Der Mensch ist ein System …. Bei der Analyse des Systems "Mensch" haben wir es mit einem System von Kräften zu tun, …."  Erich Fromm 1970 in: Gesamtausgabe. Band IX. dtv. 1. Auflage April 1989. München. ISBN 3-423-59003-3, Seite 32
Die Philosophie lebender Systeme meint, dass auch die Kraftentfaltung körperexternen Energieträger, die das Individuum steuert, dem System Mensch hinzuzurechnen sind.

Gesellschaftsphilosophie
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Hier gehts zum googeln in meinem Buch:
Das System Mensch. Konstruktion und Kybernetik des neuen ganzen Menschen.

Kurzvorträge:

Die Bedeutung der positiven Rückkopplung für die Einordnung des Individuums in die Gesellschaft

Die Beziehungen der Menschen beschrieben als Dominator-Effektor-Beziehungen

Beginn der Zivilisation - 1. Sesshaftigkeit

Beginn der Zivilisation - 2. Religion

Die offene Begrenzung als strukturelles Wesensmerkmal eines Lebenden Systems

Biologisch ist die Erdbevölkerung eine Ansammlung schwer bewaffneter Affenhorden .
Kann die Evolution des Geistes diese zu einer Menschheit einen?

Die Zivilisationstheorie der Philosophie lebender Systeme untersucht diese Frage.

Zivilisation als Fortsetzung der Evolution.
Die Entwicklung der Erdbevölkerung zum System Menschheit.

ISBN 978-3000247019

Hier könnt Ihr in meiner Zivilisationstheorie googeln.
viel Spaß !

 

Metamorphose.
auch die Schöpfung neuer zusätzlicher körperexterner Organe des Menschen ist eine Metamorphose

Hier gehts zu einem Aufsatz über das Geistige, nämlich die Information und ihre Übermittlung. Die Informationstheorie der PhilS

Bücher von Rudi Zimmerman:.

Das System Mensch.
Konstruktion und Kybernetik des neuen ganzen Menschen.
ISBN 3-00-012784-4

Die Datentransformation.
Das Individuum als selbstkopierender Datenträger und das Zeitalter des Systems Mensch.
ISBN 3-8311-1902-3

Philosophie lebender Systeme.
ISBN 3-00-004282-2
wird gerade überarbeitet und erscheint demnächst in 2. Auflage

Zivilisation als Fortsetzung der Evolution.
Die Entwicklung der Erdbevölkerung zum System Menschheit.
ISBN 978-3-00-024701-9