Das Manifest 2010
der
Philosophie lebender Systeme

 Der Wille

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Kurzgeschichten
zur Entspannung

A
In der Berliner U-Bahn

U-Bahn-Esser

Die nette Motzverkäferin

Damenwahl

Die spitzen Schuhe

B
Im menschlichen Körper

Die tierischen Energiespeicher

Die Post des Körpers

C
Biograhisches

Der Auftritt

Der Maikäfer

D
Zur Zivilisation

Die Bedeutung des Nuckels

 

Aufsätze zur Rolle des Mannes:

Sexualität

Der Penisreflex

Der Brustneid

 

Der "Wille"

(Ausschnitt aus Kap. "1.9. Der Wille und das Geld" des Buches:
Zivilisation als Fortsetzung der Evolution, 2008, ISBN 9783000247019)

Der Wille ist einerseits ein subjektiv zu beobachtendes Phänomen, also ein Gefühl, und andererseits ein bei Mitmenschen an seinen Wirkungen zu beobachtendes objektives Phänomen, das im Sprachgebrauch den Begriff „Wille“ erhalten hat. Dies wohl deshalb, weil die aus ihm resultierenden Handlungen als Kraftäußerung imponieren. So spricht auch die Philosophie von der „Kraft namens Wille“ (John Dewey. Philosophien der Freiheit (1928). in: Philosophie und Zivilisation. suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1674. Frankfurt am Main. 2003. ISBN 3 51829274 9, Seite267, Übersetzung von Martin Suhr).).

Die Philosophie lebender Systeme meint, den Willen in 3 Komponenten zerlegen zu können.

Diese sind

der Antrieb,

die Kraft und

die Entscheidung.

 

Der Antrieb zu einer Verhaltensweise, die als Willensäußerung beschrieben werden kann, resultiert aus den 3 positiven Antrieben, die im Individuum wirken (und den negativen).

Diese sind

die Selbsterhaltung und

die Selbstentfaltung sowie

der Sexualtrieb.

 

Die Selbsterhaltung strebt nach Homöostase. Homöostase ist (kybernetisch ausgedrückt) die Zielvorgabe, dass alle im Körper messbaren Istwerte sich in der Mitte ihrer Sollwertbereiche befinden. Stellen die körperinternen Fühler (Rezeptoren) Werte (Istwerte) fest, die sich an einen Rand des Sollwertbereichs bewegen, werden Gegenmaßnahmen eingeleitet, die durch zielgerichtete Aktionen des Körpers eine Korrektur herbeiführen. …

Der erste Faktor des Willens ist also bezüglich der Selbsterhaltung der Antrieb, der durch die Differenz von Istwert und Sollwert zustande kommt. Diese Abweichung des Istwerts vom Sollwert kann auch als Spannung beschrieben werden, die durch Aktionen ausgeglichen wird.

Den zweiten Faktor des Willen habe ich bereits mehrfach erwähnt, nämlich die Energie, die im Körper gespeichert wird, einerseits als Energiereserve (Fett), andererseits als aktuell verwertbare Energie, nämlich der Glucose und der im Muskel zur Verfügung stehenden ATP (Adenosintriphosphat), die die Energie auf die Muskelfasern überträgt.

Jede Bewegung eines Körpers, auch die des lebenden Körpers, benötigt Energie, ist ein energieverbrauchender Prozess, wobei wir wissen, dass es sich lediglich um Energieumwandlungen von einer Form in eine oder mehrere andere Energieformen handelt. Der nichtlebende Körper, z.B. das Auto als Erweiterung des lebenden menschlichen Körpers, benötigt als Energieträger u.a. Benzin.

Die in einer Substanz oder einer Materie gespeicherte Energie ist unsichtbar und ungerichtet und wird im Falle ihrer Umsetzung in Bewegung als Kraftentfaltung sichtbar. Diese Kraft ist messbar und ihre Wirkung geht in jedem Moment nur in eine Richtung. Bei nichtlebenden Systemen zu jedem Zeitpunkt in die gleiche Richtung, wenn nicht andere Kräfte wirken, bei lebenden Systemen kann sich die Kraftrichtung jedoch in jedem Moment ändern. Da haben dann Mathematiker ein Rechenproblem. Da sie die Handlung eines lebenden Systems nicht vorausberechnen können, sprechen sie von dem freien Willen. Im Nachhinein betrachtet, kann selbstverständlich für jede Handlung auch ein Grund in Form eines Motivs oder mehrerer Motive gefunden werden, so dass einige Philosophen die Freiheit des Willens abstreiten.

die dritte Komponente ist die Entscheidungsfunktion.

Dadurch, dass in jedem Moment nicht nur ein Antrieb wirken kann, sondern sehr viele, nämlich einerseits die verschiedenen auf Homöostase ausgerichteten Selbsterhaltungsregelkreise mit negativer Rückkopplung (bereits die unterschiedlichen Spannungen der Selbsterhaltungsfunktionen könnten zu unterschiedlichen Handlungen Anlass geben), die Wünsche nach verschiedenen narzisstischen Befriedigungsmöglichkeiten, der Wunsch nach sexueller Befriedigung und dazu noch negative Antriebe in Form von Angstgefühlen oder Befürchtungen, und alle diese Antriebe nach unterschiedlichen Handlungen verlangen können, die jeweils zu Befriedigung führen, muss der lebende Organismus in jedem Moment eine Entscheidung darüber treffen, in welche Richtung er sich bewegt, welche Handlung er in diesem Moment ausführt, und muss damit auch Antriebe, die in diesem Moment nicht zur Ausführung zugelassen werden, hemmen.

Diese Entscheidungsinstanz bezeichnet die Philosophie lebender Systeme in Anlehnung an Freud als Ich. Sie verfügt über kein Energiepotential, sie entscheidet lediglich darüber, welche Handlung der lebende Körper in jedem Moment tatsächlich ausführt. Da die Handlungsmöglichkeiten sehr vielfältig sind und in jedem Moment wieder eine neue Entscheidung getroffen werden kann, die die vorherige revidiert, ist es eine Frage der Einsparung von Denkaufwand, wenn sich die Denkfunktion, die die verschiedenen Antriebe und Handlungsfolgen abwägt, was auch als Probehandeln beschrieben worden ist (Freud), Prinzipien bildet. Je vielfältiger die Handlungsmöglichkeiten sind, desto größer muss auch das Organ sein, das diese abwägt und Entscheidungen vorbereitet. Dieses Organ ist beim Menschen die Großhirnrinde. Diese kann jedoch nur Wahrnehmungen und Vorstellungen vermitteln, jedoch keine Entscheidung treffen. Sie ist ein Rechenorgan und kein Entscheidungsorgan. Eine Rechnung hat zwar in der Regel ein Ergebnis, und in den allermeisten Fällen führt dieses Rechenergebnis auch zu einer Handlung, die aus diesem Ergebnis resultiert. Diese Handlungen, die in jedem Moment und auch im Schlaf ausgeführt werden, werden unbewusst ausgeführt. Unser sogenanntes autonomes (vegetatives) Nervensystem arbeitet rund um die Uhr und es arbeitet bei allen Hirntieren auf die gleiche Weise. Das Ich ist als Entscheidungsorgan lediglich in Konfliktsituationen gefragt und entscheidet über längerfristige Handlungsstrategien. Die in jedem Moment erforderlichen Entscheidungen werden sozusagen automatisch getroffen, was das bewusste Ich entlastet. ...

Aus der Fülle der Anlässe, Motive, sowie der positiven und negativen Antriebe ergibt sich also die Notwendigkeit einer Entscheidung oder die Aufgabe, eine Entscheidung treffen zu müssen. Diese Entscheidung ist nun nicht einfach eine Summenbildung aus den verschiedenen Motiven usw., sondern die verschiedenen Antriebe, Motive usw. können unterschiedlich bewertet bzw. gewichtet werden. Diese Bewertungen können bei jedem Individuum anders ausfallen, und es sind letztlich diese persönlichen Bewertungen, die dazu führen, von einem „freien Willen“ zu sprechen.

Innerhalb der menschlichen Psyche erfüllt das Ich diese Aufgabe, Entscheidungen zu treffen.

Rudi Zimmerman

 

Nachdruck und Verbreitung, auch in Auszügen, mit welchen Medien auch immer, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags Philosophie des dritten Jahrtausends Gabbert, Spinozastr. 15, 12163 Berlin

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Rudi Zimmerman
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gelernter Arzt
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"Der Mensch ist ein System …. Bei der Analyse des Systems "Mensch" haben wir es mit einem System von Kräften zu tun, …."  Erich Fromm 1970 in: Gesamtausgabe. Band IX. dtv. 1. Auflage April 1989. München. ISBN 3-423-59003-3, Seite 32
Die Philosophie lebender Systeme meint, dass auch die Kraftentfaltung körperexternen Energieträger, die das Individuum steuert, dem System Mensch hinzuzurechnen sind.

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Die Beziehungen der Menschen beschrieben als Dominator-Effektor-Beziehungen

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Die offene Begrenzung als strukturelles Wesensmerkmal eines Lebenden Systems

Biologisch ist die Erdbevölkerung eine Ansammlung schwer bewaffneter Affenhorden .
Kann die Evolution des Geistes diese zu einer Menschheit einen?

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