Das Manifest 2010
der
Philosophie lebender Systeme

 Klonung des Geistes

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In der Berliner U-Bahn

U-Bahn-Esser

Die nette Motzverkäferin

Damenwahl

Die spitzen Schuhe

B
Im menschlichen Körper

Die tierischen Energiespeicher

Die Post des Körpers

C
Biograhisches

Der Auftritt

Der Maikäfer

D
Zur Zivilisation

Die Bedeutung des Nuckels

 

Aufsätze zur Rolle des Mannes:

Sexualität

Der Penisreflex

Der Brustneid

 

Die geistige Klonung

Kapitel 5.2. des Buches: Das System Mensch. ISBN 3-00-012784-4

Über die mögliche Klonung des menschlichen Individuums regt sich die Mehrheit auf. Alle Menschen gleich! Das ist unethisch, usw. usw..

Ich brauche da nicht in die Einzelheiten zu gehen. Die öffentliche Meinung verdammt das Klonen von Menschen. Dabei würde es sich doch nur um die Erzeugung eines Menschen aus dem kompletten genetischen Material eines Menschen handeln. Der Klon wäre ja nur genetisch, also körperlich, seinem Herkunftsmenschen gleich. Er würde genauso aussehen und die gleichen genetisch gespeicherten Handlungsprogramme haben. Die genetische Übereinstimmung würde 100% betragen, statt wie derzeit 99,9%. Ein winziger Unterschied. Betroffen davon wäre lediglich die Evolution, die nicht voran kommen würde. Und natürlich die Psyche der Menschen. Die Psyche des Menschen ist betroffen vom Klonungsgedanken. Was für eine narzisstische Kränkung, wenn alle Individuen gleich aussähen!

Geistig könnte das Individuum sich nach wie vor eigenständig entwickeln und würde sich mit Sicherheit als Individuum fühlen, wie jeder nicht-geklonte Mensch.

Die Aufregung über die Erzeugung genetisch gleicher Menschen ist natürlich verständlich, weil die Gene das Handeln des Menschen bestimmen und weil die Gene sich entwickeln müssen. Was der Mensch gut oder schlecht bewertet, wird von den Genen definiert. Dies zeigt sich in der Aufregung über das Klonen.

Seltsam ist jedoch, dass sich niemand darüber aufregt, dass die Menschen geistig geklont werden. Nach der Geburt werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um das Neugeborene "auf Kurs" zu bringen. Er wird im Namen der herrschenden Religion getauft, Wohlverhalten wird belohnt, unerwünschtes Verhalten wird bestraft, in der Schule werden ihm die sogenannten Wahrheiten eingetrichtert. Als Erwachsener muss er sich einordnen, Geld verdienen, eine Familie gründen, Nachkommen großziehen. Der Kreislauf der geistigen Klonung geht in der nächsten Generation weiter. Andersdenkende Menschen werden seit Urzeiten rücksichtslos beseitigt. Befinden sie sich in der Gewalt eines Staates, dessen Grundsätze sie in Frage stellen, werden sie in Irrenanstalten gesteckt oder in Gefängnisse. Befinden sie sich in der Gewalt anderer Staaten und vertreten dort abweichende religiöse Meinungen, werden die dortigen Massen angegriffen und umgebracht, wenn sie sich nicht der die Meinung des Siegers unterwerfen. Das war die Methode Karls des "Großen". Das nannte man Bekehrung, Religionskrieg, Glaubenskrieg. Heute wird die Religion von den entwickelten Staaten als weniger bedeutend betrachtet. Im europäischen 30jährigen Krieg (1618 bis 1648 n.Chr.), der sich im wesentlichen auf "deutschem" Boden abspielte, starben so viele Menschen wegen ihrer religiösen Meinungen, dass die übrig gebliebenen schließlich "einsahen", dass dieses Sterben sinnlos ist. Meine Skepsis gegenüber dem rationalen Urteilen lässt mich an eine andere Erklärung für den Westfälischen Frieden denken: die religiös Handelnden hatten sich so gründlich gegenseitig ausgerottet, dass die genetische Grundlage für derartig motivierte Handlungsprogramme eliminiert war. Anders ausgedrückt: der mitteleuropäische Genpool hat eine Erfahrung gespeichert. Immerhin hatte sich die Bevölkerung auf deutschem Boden von 17 Millionen auf 8 Millionen Menschen reduziert.

Trotz dieser Überwindung des Einflusses religiöser Vorstellungen in den Staaten des "Abendlandes", hat sich aber die Bereitschaft des Individuums nicht geändert, sich dem Denken der Masse zu unterwerfen. Die geistig geklonten Individuen der reichen Länder definieren "Freiheit" und "Glück" nach ihren heutigen Maßstäben und exportieren diese Ideologie über die Staaten der Erde wie früher religiöse Ideologien. Bisweilen wird diese westliche Ideologie auch mit christlichen Inhalten vermischt, bisweilen auch mit sexistischen Inhalten oder Forderungen der westlichen Emanzipationsbewegung der weiblichen Individuen.

Diese Vereinheitlichung des Denkens von Massen, die mit primitiven Werturteilen von "Gut" und "Böse" hergestellt wird, bezeichnet die Philosophie lebender Systeme als geistige Klonung. Bei dieser geistigen Klonung werden die Werturteile "Gut" und "Böse" als Magneten eingesetzt, die das Denken des Individuums strukturieren.

Dies gilt nicht nur für die westliche entwickelte Welt, sondern auch für die armen Staaten. Das "Böse" ist natürlich immer das Fremde. Für diese Länder nur mit umgekehrten Vorzeichen.

Dieser Klonung des Denkens, der geistigen Klonung, wird das Individuum nach der Geburt ausgesetzt und hat kaum eine Chance, ihr zu entgehen. Sie wird als normal empfunden. In jedem lebenden System höherer Ordnung (Staat oder Nation). Im Friedensfall wird sie gar nicht bemerkt, ist in Normalität versteckt. Im Konfliktfall allerdings strukturiert diese Klonung des Denkens dann die Meinung, die Überzeugungen und die Handlungsbereitschaft der Massen. Diese vorher unbemerkte Klonung des Denkens wird plötzlich zum Kristallisationskern der Kriegsbereitschaft eines Systems Staat. Sie uniformiert das Denken der Masse. Gestern wie heute. Das Individuum regrediert zum Massenmenschen und unterstützt die "Friedens"aktionen des Systems Staat, wie sie neuerdings heißen.

Gestern (bis Mitte des 20. Jahrhunderts) waren es tatsächlich Massenmorde an den zivilen Individuen der bekämpften Staaten und den Soldaten des eigenen Staates, heute hat sich die Freizügigkeit dieses Mordens bereits reduziert. Die Individuen sind inzwischen mehr zu eigenständigen Systemen Mensch geworden, die sich der geistigen Klonung entziehen. Sie stellen Fragen, sind kritischer, erlauben sich, der geklonten Meinung zu widersprechen. Aber öffentliche Medien und Werbung setzen alle Hebel in Bewegung und üben Druck aus, um diese geistige Klonung der Masse zu vollziehen, um das Denken der Masse zu uniformieren.

Die geistige Klonung ist weiterhin Normalität und wird undiskutiert hingenommen, während die genetische Klonung ethisch verdammt wird.

Die Philosophie lebender Systeme bewertet beide Arten der Klonung gleich. Der Fortschritt der Menschheit besteht in der Abschaffung der geistigen Klonung. Für die Menschheit hat die genetische Klonung wenig Bedeutung. Sie könnte sogar aus ethischen Gründen für medizinische Zwecke genutzt werden. Die geistige Klonung der Individuen muss jedoch abgeschafft werden, oder die Menschheit wird sich am Ende selbst eliminieren.

Wie wird die Klonung des Menschen vollzogen, wie wird sie erreicht? Natürlich durch seine typisch menschlichen Fähigkeiten, die ihm von Gott oder von den Genen gegeben wurden.

Es sind das Denken und der Glaube.

Der Effekt dieser beiden sich scheinbar widersprechenden Eigenschaften oder Fähigkeiten ist der gleiche: die Einordnung des Individuums in die Masse.

Nehmen wir das Denken, das logische Urteilen. Was haben wir da nicht alles vernommen: Die Einsicht in Notwendigkeit, die Sachzwänge, die wissenschaftlichen Beweise. Letztlich ist es jedoch die Einsicht in die Vorteile des Aufgehobenseins des Individuums in der Gesellschaft Gleichgesinnter. Oder einfach gesagt: der narzisstische Gewinn.

Alles das dient der Vereinheitlichung des Denkens. Dieses genetisch programmierte Denken will die Unterordnung des Individuums unter den Mehrheitswillen. Die Unterschiede sollen eliminiert werden. Das Individuum wird zum Punkt innerhalb einer Masse. Abweichler werden zu Freiwild abgestempelt. Selbst Philosophen blicken nach hinten statt nach vorn und übertreffen sich in der Verherrlichung der Tradition, der Versteinerung der Vergangenheit, für die sie an Universitäten bezahlt werden. Für Geld und öffentliche Anerkennung. Für die Befriedigung seiner Lüste und die Optimierung seiner Genüsse erfüllt der Mensch die an ihn gestellten Erwartungen der Gemeinschaft.

Selbstverständlich passt sich der denkende Mensch an. Schließlich ist auch ihm sein Überleben und sein Genuss wichtiger als seine abweichenden Denkinhalte.

Oder nehmen wir die Fähigkeit zu glauben.

Auch diese dient der Klonung des Menschen.

Der Glaube an einen Gott, der Glaube an die Wahrheit, der Glaube an eine Idee, der Glaube an die Wissenschaft. Alles Klonungsinstrumente! Anpassungsmittel! Das Individuum soll der Masse unterworfen werden. Es soll sich als Teil der Glaubensgemeinschaft unterordnen. Abweichender Glaube wird verteufelt. Wer Anderes glaubt, wird zum Bösen definiert.

Das Einheitsdenken und der Einheitsglaube sind Klonungsinstrumente, sind Mord am Individuum, Mord am System Mensch. Das System Mensch soll wieder zur Ameise degradiert werden, zum funktionierenden Glied der Gemeinschaft. Es soll seine persönliche Identität vergessen.

Die Individuen ordnen sich ein. Erstens, weil sie überleben wollen und weil sie ihre Ruhe wollen, weil sie Frieden wollen. Da wirken die Regelkreise, die Homöostase herstellen wollen. Zweitens, weil das Individuum natürlich nicht auf Lust verzichten will. Es will seine Vergnügungen auch in Zukunft, seine Freiheiten, seine Bewegungsfreiheit seine Expansionsfreiheit und die Freiheit, neue Genüsse kennenzulernen. Das Individuum will mehr, will wachsen. Das Individuum will Leben und Lust. Es will auch die Belohnungen, die die Wachstumsregelkreise bieten. Dies sind die Regelkreise, die auf Expansion bedacht sind, auf Ausbreitung, Wachstum. Die Selbsterhaltungs- und die Selbstentfaltungsregelkreise, deren Wirken im Individuum Mensch genetisch festgelegt sind, sorgen für die Unterordnung des Individuums unter den Willen der Gemeinschaft, für die Bildung und den Zusammenhalt von lebenden Systemen höherer Ordnung.

Nun gibt es dummer Weise auf dem System Erde nicht nur eine derartige Gemeinschaft der Gleichdenkenden und Gleichglaubenden, sondern es existieren verschiedene Glaubensgemeinschaften und Denkgemeinschaften. Diese Gemeinschaften gehorchen auch den naturgesetzlich vorgegebenen Bewegungsgesetzen lebender Systeme. Sie wollen ebenfalls überleben und sie haben ebenfalls die Tendenz zur Vergrößerung. Nur: die Gesellschaft hat dort andere Inhalte in die genetisch vorgegebenen Denk- und Glaubensstrukturen eingefüllt. Die geistige Klonung erfolgte dort mit anderen Inhalten, anderen Glaubensinhalten und anderen Denkinhalten.

Das führt dann zum Krieg der Systeme höherer Ordnung. Das habe ich gerade beschrieben.

Die Philosophie lebender Systeme unterstützt eine andere Entwicklungsrichtung, die längst begonnen hat: es ist die Entwicklung der Menschen zum System Mensch.

Das System Mensch benötigt keine Systeme Staat oder Systeme Religionsgemeinschaft oder sonstige Systeme höherer Ordnung. Diese sind überflüssig. Staaten, Massenvernichtungswaffen und Kriege behindern die Entwicklung des Menschen zum System Mensch. Das System Mensch benötigt keine Übervermehrung menschlicher Individuen auf dem System Erde und daraus resultierende Konflikte um die begrenzten Nahrungs- und Energiereserven. Es benötigt zu seiner Entwicklung Frieden. Die Menschheit sollte nicht wie bisher in verschiedene Systeme höherer Ordnung zerschnitten werden, in Staaten, Religionen und Nationen, sondern sie sollte gedacht werden als Summe der auf ihr lebenden Systeme Mensch.

Es würde völlig ausreichen, das friedliche Zusammenleben dieser Systeme Mensch durch regional begrenzte Einheiten zu sichern, die die Einhaltung von Gesetzen garantieren. Die Regelung der Beziehungen dieser Systeme wird wohl noch sehr lange erforderlich sein. Im Grunde wäre auch diese überflüssig, wenn der kategorische Imperativ Kants von jedem System Mensch eingehalten werden würde. Die materiellen, genetisch determinierten Selbstentfaltungskräfte der Individuen führen natürlich zu Konflikten, die weiterhin eine Ordnungsmacht, eine Polizeigewalt und eine Justiz erforderlich machen. Die Organisationsform des Staates mit außenpolitischen Machtbefugnissen ist allerdings gänzlich überflüssig. Und mit ihr alle öffentlichen Einrichtungen zur geistigen Klonung. Das System Mensch kann nämlich auch ohne Vorschriften eines Systems höherer Ordnung denken, forschen, Sinn finden und eine Beziehung zu dem aufnehmen, was man als Gott bezeichnen kann.

Das Internet ermöglicht inzwischen eine globale Kontaktaufnahme der Individuen, einen Gedankenaustausch mit allen lebenden Systemen Mensch auf dem Planeten Erde und eine freie Wahl der Lerninhalte. Schule wird nur noch benötigt zur wertfreien Erlernung von Sprache, Schrift und Mathematik. Die Vermittlung von Wertinhalten sollte durch das Erlernen von Erkenntnistechniken ersetzt werden. Das Individuum muss lernen, wie es versteckte Werturteile in scheinbar sachlichen, wertfreien und neutralen Aussagen erkennt. Und es muss Verhalten lernen: Sozialverhalten, Anstand, Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft usw.. Da bestehen Defizite. Dazu werden Schulen benötigt.

Rudi Zimmerman

Nachdruck und Verbreitung, auch in Auszügen, mit welchen Medien auch immer, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags Philosophie des dritten Jahrtausends Gabbert, Spinozastr. 15, 12163 Berlin

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Rudi Zimmerman
kr
eativer Philosoph
gelernter Arzt
Autor

"Der Mensch ist ein System …. Bei der Analyse des Systems "Mensch" haben wir es mit einem System von Kräften zu tun, …."  Erich Fromm 1970 in: Gesamtausgabe. Band IX. dtv. 1. Auflage April 1989. München. ISBN 3-423-59003-3, Seite 32
Die Philosophie lebender Systeme meint, dass auch die Kraftentfaltung körperexternen Energieträger, die das Individuum steuert, dem System Mensch hinzuzurechnen sind.

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Kurzvorträge:

Die Bedeutung der positiven Rückkopplung für die Einordnung des Individuums in die Gesellschaft

Die Beziehungen der Menschen beschrieben als Dominator-Effektor-Beziehungen

Beginn der Zivilisation - 1. Sesshaftigkeit

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Die offene Begrenzung als strukturelles Wesensmerkmal eines Lebenden Systems

Biologisch ist die Erdbevölkerung eine Ansammlung schwer bewaffneter Affenhorden .
Kann die Evolution des Geistes diese zu einer Menschheit einen?

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auch die Schöpfung neuer zusätzlicher körperexterner Organe des Menschen ist eine Metamorphose

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Das Individuum als selbstkopierender Datenträger und das Zeitalter des Systems Mensch.
ISBN 3-8311-1902-3

Philosophie lebender Systeme.
ISBN 3-00-004282-2
wird gerade überarbeitet und erscheint demnächst in 2. Auflage

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ISBN 978-3-00-024701-9